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Benutzer:Buhacont/Artikel/Mäuerach

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Geschichte

Mäuerach entwickelte sich aus dem Namen Mäurach, Meurach, Meyrach, Meyrich und Murach. Schon im Jahre 1277 ist hier ein Wohnplatz nachgewiesen. Aus den Archiven ist ersichtlich, daß ein Bewohner im Gebiet Mäuerach, namens „Albertus de Murach“, eine halbe Hube (Tagwerk) Zinsen an das Frauenkloster in Pforzheim gegeben hat (Spez.Bad.Durl.38,58). Es ist eine Annahme, daß der Name Mäuerach von der Sippe de Murach abstammt. Eine andere Vermutung ist, daß der Name von Eyrich stammt, der dort wo dieser Name auftaucht, ein untererdiges, den Pflug behinderndes Mauerwerk römischen Ursprungs bedeutet. Die Schreibweise Meyrich für dieses Gebiet ist von 1333 bis 1733 aktenkundig.

Ein Teil des Waldgebietes wurde 1793 abgeholzt und mit Kirschenbäumen bepflanzt. Die Kirschenblüte im Frühjahr war ein beliebtes Ausflugsziel für die Pforzheimer und die Enzkreisbevölkerung, deshalb entstand im Volksmund die Ortsbezeichnung "Kirschenmäurich". Im Jahre 1815 wurde erstmals die Schreibweise "Meyrach“ verwendet.

Bereits im Jahre 1914/1915 während des ersten Weltkrieges verkaufte das Dorf Eutingen Grundstücke im Gebiet Mäuerach an Pforzheimer Bürger, die dort Gärten anlegten. Die verkauften Grundstücke waren Wiesen und Felder. Frischwasserstellen waren nicht vorhanden, und die Elektrifizierung der Außenbezirke der Stadt Pforzheim ließ noch auf sich warten. Aber der Not gehorchend - es war ja Krieg - wurden die Wiesen umgegraben und in Gärten umgestaltet. Es wurde Gemüse, Beerenobst, Kern - und Steinobst gepflanzt. Beide Seiten des Weges, der jetzigen Mäuerachstraße und des Gartenweges, waren mit großen, alten Kirschenbäumen bepflanzt, und wenn im Frühjahr die Bäume blühten, war es eine Pracht diese anzusehen. Die Ernte dieser Bäume fiel oft mager aus, da sich die vielen Vögel an den Früchten erfreuten. Nach dem Krieg 1919 -1923 gab es eine schwere Zeit durch die Inflation, so daß man an den Erträgen der Gärten recht dankbar war. 1939 begann der zweite Weltkrieg, und die Gartenbesitzer waren froh an ihrem frischen Gemüse. Am Ende des zweiten Weltkrieges am 23. Februar 1945 erfolgte der unheilvolle Großangriff der britischen Kampfbomber auf Pforzheim, bei dem mehr als 17000 Menschen in einer Nacht den Tod fanden. Die Häuser wurden zertrümmert, viele Keller wurden verschüttet und die Menschen erstickten oder verbrannten.

Die Stadt Pforzheim wurde total vernichtet und die Gartenhäuschen im Mäueracher Gebiet wurden zu Notunterkünften von den ausgebombten Pforzheimer Besitzern umfunktioniert. Es waren Notquartiere ohne Wasser und Strom. Als Beleuchtung dienten Kerzen oder Hindenburglichter, als Wasser verwendete man das gesammelte Regenwasser oder man mußte in geeigneten Behältern vom Tal in der Nähe der Firma Saacke das Wasser holen und den Berg heraufziehen. Im Laufe des Jahres 1945 hatten die Mäueracher viele Probleme zu lösen. Eines davon war das Wäsche waschen. Dazu diente nur das aufgefangene Regenwasser und im Winter wurde der Schnee aufgetaut. Zum Nachspülen der Wäsche durfte man ins Wasserwerk an der Kanzlerstraße fahren. Die Wäsche wurde mit dem Handwagen, oder im Winter mit dem Schlitten transportiert. Eine große Anstrengung war es, den steilen Weg bergauf ins Mäuerach zu bewältigen.Gegen Ende des Jahres 1945 versprach der damalige Bürgermeister von Eutingen, Herr Seftz, daß die Mäueracher Gartenhäuser durch eine Eutinger Elektrofirma (Härlin - auch ohne offizielle Genehmigung -) Strom erhalten würden. Nach entsprechender Anweisung haben die Männer von Mäuerach die angezeichneten Bäume, die für Strommasten geeignet waren, im Wald geschlagen. Das Entasten und Entrinden der Bäume übernahmen die Frauen So entstanden die benötigten Stromleitungsmasten. Beim Graben der Löcher und Setzen der Masten haben alle damaligen Mäueracher mitgeholfen, Der damalige junge Herr Carl wurde durch seinen Kommandoruf zugleich bekannt Überglücklich waren die Menschen als das erste elektrische Licht im Gartenhaus brannte und die Elektrokocher angeschlossen werden konnten.

Im Jahre 1949 wurde die Wasserver- und Entsorgung in Angriff genommen. Die Gräben zum Verlegen der Wasserrohre wurden von den damaligen Anwohnern In Eigenleistung mit Spaten, Pickel und Schaufel ausgehoben. Oftmals wurde eine Grabentiefe von vier Metern benötigt. Es gab keine Hilfe durch Bagger oder Maschinen, Nachdem endlich Wasser vorhanden war, wurde dies mit einem Wasserfest an Pfingsten im Jahre 1949 gefeiert. Im Jahre 1950/1951 wurde die Mäueracher Siedlergemeinschaft gegründet. Als Versammlungsort diente der Platz unter der Mäueracher Eiche, dem Wahrzeichen des Bürgervereins Mäuerach e.V. Dte Gründer waren die Herren Lust, Heinrich Hugf Waizenegger, Willy Maulbetsch und im Ausschuß waren die Herren Karl Bätzner, Römer, Fuchs und Eugen Maulbetsch. Inzwischen bemühte sich jeder Mäueracher seine Wohnverhältnisse in den Gartenhäusern zu verbessern. Man ging nach Pforzheim und suchte nach Material und Gegenständen, die noch brauchbar waren, Wenn man noch etwas fand, war man glücklich. Was an Verwendbarem gefunden wurde, wurde mit dem Handwagen, oder wenn man Glück hatte, mit dem Auto nach Mäuerach gefahren. Ab dem Jahre 1949 wurde der Gottesdienst in der Gaststätte Mäurach abgehalten und erst im Jahre 1951 wurde mit Hilfe der Mäueracher Bewohner und Pfarrer Schlesinger eine provisorische Kirche und 1958 der Glockenturm aufgebaut, die für die wenigen Anwohner des Mäueracher Ortsteiles ausreichte. Im Jahre 1953 wurde auf Initiative der damaligen Siedlergesellschaft von Herrn Fritz Libau, einem aus den deutschen Ostgebieten vertriebenen Maurermeister, ein Erinnerungsstein gefertigt .Dieser erinnert an den Großangriff am 23. Februar 1945 auf Pforzheim. Als Denkmal wurde dieser Stein inmitten der Kreuzung vor der Eiche in einem Rosenbeet aufgestellt.

Durch den späteren Straßenbau wurde der Stein unter die Eiche gesetzt. Er wurde nun (60 Jahre nach der Zerstörung Pforzheims) ausgegraben, durch den Steinmetz Müller (Eutingen) überarbeitet und findet nunmehr 2005 einen neuen Platz in den Anlagen der Schwalbenstraße, zum Gedenken für die zukünftigen Generationen.

Im Jahre 1957 wurde in der Einmündung Mäuerachstraße und Gartenweg der Eiche ein Pumphäusle für Frischwasser in Betrieb genommen.

In den Nachkriegsjahren hat die Siedlergemeinschaft Mäurach mit dem privaten Omnibusunternehmen Flitsch den ersten Pendelverkehr für die berufstätigen Mäuracher nach Pforzheim ermöglicht. Der Fahrplan sah vor: Mäurach –Eiche ab 6.15 Uhr und Pforzheim-Marktplatz ab 18.15 Uhr.Erst im Jahre 1964 verkehrte der erste städtische Omnibus zwischen Mäuerach und Pforzheim im 1 bis 2 Stundenrhythmus über die Kanzlerstraße.

Nach langem Tauziehen erfolgte im Jahre 1963 die Flurumlegung und Erschließung des Mäuerach Jeder Besitzer eines Baugrundstückes mußte einen Anteil davon für gemeinnützige Zwecke abtreten. Da Mäuerach im Wasserschutzgebiet II liegt, wurden einschränkende Bauvorschriften (1 1/2 stöckige Bauweise, Firsthöhe max.9,5 m ) festgelegt.

Nach 1 1/2 jähriger Bauzeit wurde im Jahre 1967 der Wasserhochbehälter in Betrieb genommen. Dieser befindet sich unterhalb der Friedenskirche. Durch die rasch wachsende Einwohnerzahl war die Holzkirche bald zu klein. So wurde Ende 1972 der Bau der Friedenskirche und des Gemeindezentrums durch den Kirchengemeinderat unter Pfarrer Hoffmann begonnen. Das Richtfest wurde am 11. Juli 1973 bei strahlendem Sonnenschein gefeiert. Bereits im Oktober 1973 konnte der Kindergarten ins Gemeindezentrum einziehen.

Am 17. November 1973 wurde die Einweihung nach Übernahme der Glocke von der Holzkirche in die Friedenskirche gefeiert. Der Glockenturm aus Holz wurde von der Firma Knab aufgebaut. Seitdem dient die Friedenskirche mit Gemeindezentrum als Hort des Kindergartens, für sonntägliche Gottesdienste, als Treffpunkt für jung und alt bei verschiedenen Veranstaltungen und als Versammlungsort für die Bürger von Mäuerach. Im Rahmen der landesweiten Ortszusammenlegungen wurde das Dorf Eutingen im Jahre 1975, entgegen dem Wunsche der Bevölkerung und des Gemeinderates, in die Stadt Pforzheim eingegliedert. Das Urteil beschloß das Verwaltungsgericht Karlsruhe. Der Ausbau des Mäuerach als reines Wohngebiet entlang der Längsstraßen Gartenweg, Mäuerachstraße und Meisenstraße und der Querstraßen, wurde in den 60 er Jahren zügig durchgeführt, jedoch die für das Zusammenleben der Bürger notwendige Infrastruktur vernachlässigt. Es wurden seither keine, für das Gemeinwohl bestimmte Bauvorhaben auf den gemeinnützigen Grundstücken geplant oder ausgeführt, obwohl im Jahre 1978 schon über 1200 Einwohner ansässig waren. Die Stadtwerke begannen im Jahre 1982 mit der Verlegung der Erdgasleitungen. Der kleine EDEKA-Laden der Familie Schock, zum Einkauf von Lebensmitteln, wurde im Jahre 1985 nach dem Tode von Herrn Schock endgültig geschlossen. Die Wasserentsorgung des Industriegebietes Altgefäll erfolgte in den 80 er Jahren an die unterdimensionierte Kanalisation des Mäuerach. In Missachtung des Umweltschutzes wurde das Regenwasser über den Klingenbach und das Schmutzwasser (Kloake) an die Mäueracher Kanalisation angeschlossen. Weitere Bauplanungen der Pforzheimer Stadtverwaltung hätten wesentlich die zukünftige Lebensqualität der Mäueracher Bewohner beeinträchtigt. Durch eine Unterschriftensammlung gegen die Straßendurchführung der Mäuerachstraße bis zum Kirschenpfad wurde mit Unterstützung des Ortschaftsrates dieses Bauprojekt verhindert. Trotzdem tauchten noch im Jahre 1999 Straßenkarten auf, die eine Durchgangsstraße zum Altgefäll enthielten und viele Lastkraftwagen zu einer Irrfahrt im Mäuerachgebiet veranlaßten. Nachdem 1989 auf Druck der Stadtverwaltung, gegen die seitherigen Bauvorschriften, der Ortschaftsrat Eutingen zustimmte, die letzten Gemeinbedarfsflächen im Mäuerach in massive Wohnbebauungsflächen zu ändern und das erste Projekt Gartenweg 44 mit 36 Wohneinheiten begonnen wurde, erfolgte die Gründung des Bürgervereins Mäuerach e.V. am 3. April 1990 (Vorsitzender Rainer Daub, Stellv. Vorsitzende Anne Wuessing, Schatzmeister Gerhard Maulbetsch, Beisitzer Wolfgang Klittich und Heinz R. Müller) Zielsetzung des Bürgervereins Mäuerach e.V war:  Lebensqualität erhalten (Natur, Kinderspielplätze, Bebauungsform, Massivbauten verhindern)  Kommunikation fördern (neue Anwohner informieren, gesellschaftliche Veranstaltungen)  Verkehrsanbindung verbessern ( kürzere Taktzeiten, Abstimmung auf Anschlüsse) Der erste Erfolg stellte sich ein. Der Bau eines Kinderspiel und Bolzplatzes neben der Kirche wurde 1990 vom Bürgerverein beantragt, genehmigt und 1992 gebaut. Nachdem durch das Gartenbauamt eine vollständige Bepflanzung erfolgt war,wurde der Spiel-und Boltplatz mit einem 2 Tage dauernden Fest übergeben. Ein Seifen-kistenrennen ergänzte das Spielplatzangebot. Der Platz wurde von dem Ortsvorsteher Gerhard Reister und dem Vorsitzenden des Bürgervereins Mäuerach den Kindern übergeben.

Im Mai 1990 wurde im Pforzheimer Gemeinderat von der Grünen Liste der Antrag gestellt, die Kanzlerstraße zwischen Wasserwerk und Schinderklamm endgültig zu sperren und in einen Fußgängerweg umzuwandeln. Das sollte vorsorglich für die 1992 stattfindende Landes-gartenschau erfolgen. Wir haben gemeinsam mit dem Bürgerverein Oststadt und Dillweißenstein auf der Kanzlerstraße mit Plakaten und Sprechchören demonstriert und die Presse eingeladen. Der Bürgerverein forderte als Minimum, die Kanzlerstraße von der Fa. Lindemann bis zum Turnierplatz für Anlieger offen zu lassen, auch wenn eine Wasserschutzvorschrift eine bauliche Maßnahme erfordern würde. Mäuerach hätte ansonsten bei einem Unfall in der Mäuerachsteige keine Öffnung zur Außenwelt gehabt. Heute wird die Verkehrstangente für den flüssigen Verkehr sehr begehrt und wir sind heute froh über die offene Kanzlerstraße. Vorsitz des Bürgervereins e. V. nicht mehr weiterführen konnte, wurde der Vorstand im Februar 1991 neu gewählt. In den Vorstand wurden gewählt Heinz R. Müller Vorsitzender, Anne Wuessing Stellv. Vorsitzende, Gerhard Maulbetsch Schatzmeister und als Beisitzer Silke Meier und Werner Zorn. Zur Verbesserung der Kommunikation zwischen den Mäueracher Bürgern wurde im Laufe des Jahres das monatlich stattfindende „Mäueracher Forum“ gegründet. Im Forum wurden interessante Fragen des alltäglichen Lebens durch kompetente Vortragende behandelt und anschließend diskutiert. Ein monatlich erscheinendes Informationsblatt wurde eingeführt, das die Anwohner über wichtige Ereignisse informiert und die Themen des Mäueracher Forums vertieft. Am 31. August 1991 nahm der Bürgerverein erstmals am Eutinger Straßenfest teil. Zum Verkauf wurde ein als Eiche geformtes Gebäck und der traditionelle „Mäueracher Kirschenschlotzer“ (Kirschwasser) angeboten. Dieses Getränk wurde auch gerne von den Referenten des „Mäueracher Forums“ als Anerkennungsgabe angenommen. Im Jahre 1993 wurde ein Samstagsmarkt organisiert und ein Verkaufswagen aus Bretten bot Obst, Gemüse, Milchprodukte, Wurst und andere Lebensmittel an. Bäcker Förster liefert seit dieser Zeit samstags immer frische Backwaren. Dies war stets hilfreich, da ja der EDEKA – Laden von Fam. Schock nicht mehr geöffnet hatte. Leider hat die Fa. Schöntag im Jahre 1995 die Beschickung des Samstagsmarktes eingestellt. Im Jahre 1994 konnten wir die Verbesserung der Busverbindung erreichen. So fuhr in den Hauptverkehrstunden der Bus in stündlichem Rhythmus und an den Haltestellen wurden Wartehäuschen erstellt. Ein Rufbus wurde eingerichtet, der erstmals den Ortsteil Mäuerach mit Eutingen verkehrsmäßig verbindet. Bei einem starken Gewitterregen im Sommer 1995 erfolgte ein Rückstau in der Mäueracher Kanalisation, der besonders im Gartenweg mehrere Untergeschoßwohnungen mit Kloake überzog und große Schäden hervorrief. Teilweise wurden wertvolle Dokumente und Zeichnungen vernichtet. Der Bürgerverein Mäuerach forderte vom Ortschaftsrat einen Baustopp anzuordnen, bis die Änderung der Kanalisation erfolgt ist. Das war nicht im Interesse des Ortschaftsrates und kam zu großen Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Ortschaftsrat und dem Bürgerverein Mäuerach. Jedoch wurde zügig das Kanalisationssystem erneuert und von dem gebauten Rückhaltebecken ein Direktkanal zum Klärwerk gelegt. Der Kanal im Gartenweg wurde durch einen neuen Kanal mit größerem Durchmesser ersetzt. Im Jahre 1996 war dieses Übel behoben. Der Bürgerverein half bei der Organisation der Kanaluntersuchungen, um den Anwohnern Kosten zu sparen. Am 19. Februar 1994 wurde dem Ortschaftsrat der Bebauungsplan Ausschnitt „Mäuerach-Meisenstraße,“ von der Bauabteilung der Stadtverwaltung vorgestellt. Einige der Ortschaftsräte waren sehr mißtrauisch und wehrten sich dagegen, einem Bebauungsplan zuzustimmen ohne zu wissen, was dort in Wirklichkeit gebaut werden kann. Doch wurde letztendlich die Vorlage auf Empfehlung des Ortsvorstehers unter einigen Bedingungen zugestimmt. Dieses beunruhigte die Bürger und der Bürgerverein organisierte eine Demonstration. Die Presse wurde eingeladen. Es gab zwei Gründe des Unmuts: 1. Wurden gemeinnützige Grundstücke , die jeder Grundstückbesitzer mit bezahlt hat, von der Stadt als Wohnbaugrundstücke umgewandelt und der Stadtbau verkauft. 2. 2. War für die Hausbesitzer Mäuerachs nicht nachvollziehbar, daß für ihre Bauvorhaben einschränkende Bauvorschriften, wegen des Wasserschutzgebietes II, eingehalten werden mussten und andererseits die Stadtverwaltung Pforzheim die Grenzen der Vorschriften mißachtet und überschreitet. 3. Nach einer Bauvoranfrage im Jahre 1991 äußerte sich das Amt für Wasser und Bodenschutz ablehnend gegen eine Erschließung des an die Stadtbau veräußerten Grundstücks. Über 200 Bürger waren zu dieser Demonstration erschienen. Nachdem die Unterlagen des Bebauungsplanes in einer von der Stadtverwaltung einberufenen Bürgerversammlung den Mäueracher Bürgern vorgestellt wurde, gab es turbulente Szenen. Die Stadtverwaltung rückte von ihrem Vorhaben nicht ab. Daraufhin hat der Bürgerverein entschieden, eine gemeinsame Normenkontrollklage,im Mai 1994 beim Verwaltungsgerichtshof Baden- Württemberg einzureichen.. Das Ziel war den vorgelegten Bebauungsplan für ungültig zu erklären. Trotz laufendem Gerichtsverfahren fällte das Stadtforstamt bereits im September 1994 viele Bäume des Waldgürtels. Diese gesetzwidrige Maßnahme der Stadtverwaltung wurde durch eine „Einstweilige Verfügung“, die der Bürgerverein Mäuerach“ veranlaßte, gestoppt und eine weitere Demonstration organisiert. Das Urteil des Verwaltungsgerichtes wurde am 29. Juni 1995 verkündet. Unser Antrag auf Nichtigkeit des Bebauungsplanes wurde abgelehnt, schreibt aber die lockere Bebauung, maximale Firsthöhe von 9,5 m und die max. Erstellung von 3 dreigeschossigen Häusern fest. Es ist lobenswert den Zusammenhalt der Mäueracher Bevölkerung zu erwähnen, die mit ihren Spenden die entstandenen Gerichtskosten in voller Höhe abdeckten. Seit dieser Zeit feierten wir jährlich das Lichterfest in der Zeit der Sonnenwende, bei dem wir einen großen Scheiterhaufen abbrannten, Lieder sangen, über die Glut sprangen und tanzten. Die Eutinger Feuerwehr nahm immer teil, überwachte und löschte später das Feuer. Das gegenseitige Kennenlernen der Mäueracher Anwohner trug auch dazu bei, daß Mäuerach seit Jahren die niedrigste Quote von Kriminaldelikten in Pforzheim aufweist Auf unseren Antrag haben die Verkehrsbetriebe im Oktober 1995 die Taktfrequenz der Busverbindung in den Hauptverkehrszeiten auf einen halbstündlichen Takt erweitert und zusätzliche Verbesserung gewährt.

Im Herbst 1996 plante die Stadtverwaltung die Erstellung einer Müllverbrennungsanlage Nordschwarzwald in Pforzheim. Der Baubürgermeister Frank war gleichzeitig Geschäftsführer der PAN (Gesellschaft für Restabfallbehandlung für die Region Nordschwarzwald).

Die gesundheitliche Gefährlichkeit einer Müllverbrennung wurde erkannt und der Bürgerverein Mäuerach e.V. bemühte sich um detaillierte Aufklärung. Er strebte an, mit 10 anderen Bürgervereinen Pforzheims und Unterstützung durch „Das bessere Müllkonzept“ diese Planung zu Fall zu bringen. Herr Wohlbold vom Bürgerverein Haidach-Buckenberg übernahm die Koordination. Der Bürgerverein Mäuerach lieferte für ca. 1000 Haushalte eine aufklärende Broschüre. Die am 15. Januar 1998 einberufene Bürgerversammlung der Stadt mit dem Ziel der Festlegung eines Standortes der Müllverbrennung zu beschließen, wurde nicht erfüllt.Der Bürgerverein Mäuerach entwarf große Plakate, die in gemeinsamer Aktion 20 fach vervielfältigt und von Mitgliedern der Bürgervereine geschlossen in den großen Saal der Stadthalle getragen wurden. Der Widerstand der ca 600 Pforzheimer Bürger und der Verlauf der Bürgerversammlung sorgte für die Aufschiebung der geplanten Standortfestlegung. Das Ergebnis der Versammlung war der Durchbruch, der die Mehrheit des Gemeinderates umstimmte, denn der Vertrag über den Standort wurde erst einmal verschoben. Mit viel Mühe und Arbeit gelang es der „Aktionsgemeinschaft gegen Müllverbrennung" eine Müllverbrennungsanlage im Enzauenpark Pforzheim zu verhindern, Der Bürgerverein Mäuerach hat sich gegen die Erstellung der Müllverbennungsanlage stark engagiert, da die Abgase des Müllofens gesundheitsschädlich sind und durch den Westwind direkt nach Mäuerach gezogen wären.Die Aktionsgemeinschaft „Gegen Müllverbrennung" sammelte über 5000 Unterschriften und übergab diese im Dezember 1996 an den Oberbürgermeister der Stadt Pforzheim Dr. Joachim Becker.

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